Sortenversuch Herbsthimbeeren

Versuch: 

2019 wurde auf dem Betrieb Naturgut Hörnle ein Sortenversuch zu neuen Herbsthimbeersorten aufgepflanzt. Es wurde jeweils eine Reihe a 400 Pflanzen der Sorten Cation (Vivai Molari), Primalba (Berryplant) und Aurora (Vivai Molari) im Mai 2019 als Grünpflanzen gepflanzt. Im ersten Jahr wurde aufgrund des unzureichenden Wachstums der Pflanzen keine Ernte durchgeführt.

Messungen:

  • Fruchtgewichte: Zur Bestimmung der Fruchtgewichte wurden je Sorte 50 Himbeeren geerntet. Der Zeitraum beginnt mit der Fruchtreife ab dem 12.08.2020 bis einschließlich 08.09.2020 (Ernteende). Die Früchte wurden zufällig über die gesamte Länge der Reihen geerntet. Die Früchte wurden einzeln auf Milligramm genau gewogen.
  • Rutenlänge: Zu Beginn der Ernte wurde die Rutenlänge der Sorten bestimmt.
    Sonstige Beobachtungen

Ergebnisse:

  • Fruchtgewichte: Das Fruchtgewicht war mit durchschnittlich (über alle fünf Erntezeitpunkte) 5,7g bei der Sorte Primalba am größten. Die Sorte Aurora hatte ein Fruchtgewicht von durchschnittlich 5,3g, die Sorte Castion mit 4,3g hatte das geringste Fruchtgewicht. Das Fruchtgewicht nahm bei allen Sorten erwartungsgemäß im Laufe der Zeit ab.
  • Rutenlänge: Die Höhe der Ruten bei Fruchtausbildung lag für die einzelnen Sorten Castion zwischen 150-180cm, Primalba 170-200cm und Aurora zwischen 170 und 200cm.
  • Sonstige Beobachtungen: Bei den Früchten kam es zu den folgenden Auffälligkeiten. In allen Sorten kam es zur Ausbildung von Doppelfrüchten, dies zeigte sich aber verstärkt in den Sorten Primalba und Aurora. Die Sorten Castion und Primalba neigten dazu, schwarze Flecken (Reste der Staubblätter) auf den Früchten zu haben. Die Sorte Aurora war im Vergleich zu den Sorten Primalba und Aurora nicht breitenwüchsig.

Versuch Pflanzgut und Pflanzzeitpunkt

Versuch: 2019 wurde auf dem Betrieb Naturgut Hörnle ein Versuch zu verschiedenem Pflanzgut durchgeführt. Es sollte der Einfluss von verschiedenem Pflanzgut bzw. unterschiedlichen Pflanzterminen auf das Wachstum und Ertrag untersucht werden. Die Pflanzen wurden mit Silage abgedeckt und regelmäßig bewässert. Es sollte die Auswirkung der verschiedenen Pflanzgut/Zeitpunkte v.a. auf das Wachstum im ersten Jahr untersucht werden in Hinblick auf eine mögliche relevante erste Ernte bereits im Pflanzjahr. Die Kosten des Pflanzguts unterschied sich nicht und lag jeweils bei 1,20€/Pflanze.

Versuchsdurchführung:

Im Jahr 2019 wurden pro Pflanzgut/Pflanztermin jeweils 400 Pflanzen der Sorte Amira aufgepflanzt.

  • 01.04.2019 überwinterte Tray Pflanzen
  • 10.05.2019 überwinterte Tray Pflanzen
  • 10.05.2019 Grünpflanzen

Messungen:

  • Fruchtgewichte: Es wurden je Versuchsglied und Woche jeweils 50 Himbeerfrüchte geerntet. Der Zeitraum beginnt mit der Fruchtreife ab dem 12.08.2020 bis einschließlich 08.09.2020, wo nur noch wenige Früchte nachgereift sind. Die Früchte wurden zufällig über die gesamte Länge der Reihe geerntet. Die Früchte wurden einzeln auf drei nach Kommastellen genau gewogen.
  • Rutenlänge: Zu Erntebeginn 2020 wurde jeweils die Endhöhe bestimmt.
  • Sonstige Beobachtungen

Ergebnisse:

  • Fruchtgewichte: Das durchschnittliche Fruchtgewicht lag für die Tray früh bei 4,09g, Tray spät 4,20g und für die Grünpflanzung bei 4,34g. Das Fruchtgewicht hat von Woche zu Woche abgenommen.
  • Rutenlänge: Die End- bzw. Zielhöhe wurde erst im Jahr nach der Pflanzung den Varianten mit über 180cm erreicht.
  • Sonstige Beobachtungen: In allen Varianten kam es zur Ausbildung von Doppelfrüchten und zu schwarzen Flecken. In der Grünpflanzung Variante war zudem eine ungleichmäßige Verfärbung der Früchte zu erkennen. Diese einzelnen Stellen sind meist an den Kelchblättern bzw. an der Spitze der Früchte aufgetreten.

Diskussion: Im Jahr der Pflanzung konnte bei allen Varianten keine ausreichende Endhöhe erreicht werden, die eine Beerntung bereits im ersten Jahr ermöglichte. Im zweiten Jahr konnte festgestellt werden, dass alle Varianten die gewünschte Endhöhe von über 1,80m erreichten. Die über die Ernte gemittelten Fruchtgewichte waren in der Variante Grünpflanzen etwas höher als bei den Tray Varianten. Es konnten somit bei den verschiedenen Pflanzterminen der Traypflanzen sowie im Vergleich zu den Grünpflanzen kein deutlicher Unterschied bei der Wuchsstärke und Fuchtgröße festgestellt werden. Diese Ergebnisse zeigen, dass Traypflanzen eine mögliche Alternative zu den hauptsächlich genutzten Grünpflanzen sein können. Weitere Versuche zum Anwuchserfolg und der Stresstoleranz (gegenüber Hitze und Trockenheit nach der Pflanzung) bei Traypflanzen könnten weitere Enscheidungsgrundlagen zur potentiellen Verwendung von Traypflanzen ermöglichen.

Versuch Silage und Düngung

Versuch: 2020 wurde auf dem Betrieb Naturgut Hörnle ein Versuch mit der Himbeersorte Tulameen (Pflanzung 2019) im geschützten Anbau zur Abdeckung mit Silage durchgeführt. Es sollte der Einfluss von Silage auf die Pflanzenernährung untersucht werden. Die Pflanzen wurden ab der Pflanzung mit Silage abgedeckt und regelmäßig bewässert.

Versuchsglieder: 

  • Silage ohne zusätzliche Düngung mittels Fertigation
  • Silage mit zusätzlicher Düngung mittels Fertigation (Ab Stadium „Grünknospe“ bis Stadium „Grüne Frucht“ wurden pro Woche (insg. 6 Wochen) 2-3 mal jeweils 3l Vinasse/800m2 zugedüngt)

Messungen:

  • N-min Proben: Für die Bodenproben wurden im zweiwöchigen Abstand an zwölf zufälligen Stellen unter den Ruten Bodenproben bis zu einer Tiefe von 30cm gezogen. Die zwölf Bodenproben wurden zu einer Mischprobe vermischt.
  • Internodienanzahl und Internodienabstand: Die Internodien Anzahl und Abstand der Internodien bis zur angestrebten Rutenlänge von 1,80m wurde nach dem Blattfall erhoben. Hierfür wurden je 100 Ruten vermessen und dabei die Internodien gezählt.
  • Fruchtgröße: Es wurden wöchentlich 100 Früchte geerntet und gewogen. Die Ernte fand im Zeitraum ab Fruchtreife vom 18.06.2020 bis einschließlich 29.07.2020 statt, wo nur noch wenige Früchte nachreiften. Die Früchte wurden zufällig über den gesamten Tunnel geerntet. Die Früchte wurden einzeln auf drei Kommastellen genau gewogen.
  • Sonstige Beobachtungen

 

Ergebnisse:

N-min Proben: Ende April bis Ende Juni konnten in der Variante mit Düngung bis auf einen Außreißer am 28.05.2020 leicht höhere N-min Werte gemessen werden. Ab Juli konnten dann in der Variante ohne zusätzliche Düngung höhere Werte festgestellt werden.

  • Rutenhöhe und Internodienanzahl: Die durchschnittliche Anzahl an Internodien lag bei der gedüngten Variante bei 19,8 im Vergleich zur ungedüngten Variante, bei der die Anzahl der Internodien bei 25,07 lag. Der Abstand entsprechend der Anzahl bei ungedüngt bei 7,29cm und bei gedüngter Variante bei 9,13cm.
  • Fruchtgewicht: Das Fruchtgewicht lag für die Variante mit Düngung durchschnittlich bei 3,81g und bei der Variante ohne Düngung bei 3,55. Das Fruchtgewicht hat über den Erntezeitraum abgenommen.
  • Sonstige Beobachtungen: In beiden Varianten traten Frostschäden auf. Vereinzelt aber gleichmäßig über beide Varianten verteilt war die Ausbildung von Doppelfrüchten. Mit fortschreiten der Ernte nahm der Zuwachs oberhalb 1,80m an Jungruten zu. Dieser Effekt zeigte sich stärker in der gedüngten Variante. Aufgrund der Länge der Ruten kam es teilweise zum Abbrechen der Ruten aufgrund des Gewichts und der fehlenden Stütze oberhalb von zwei Metern.

Diskussion: Bei den Nmin Werten sind keine klaren Aussagen zur Versorgungssituation der beiden Varianten erkennbar. Für die Ausreiser am 28.5. und 8.6. bei der ungedüngten Variante konnten keine plausiblen Ursachen festgestellt werden. Bei der Anzahl der Internodien lässt sich möglicherweise daraus schließen, dass die gedüngte Variante (weniger Internodien bis 1,8m bzw. längere Internodien) ein stärkeres bzw. schnelleres Wachstum aufwies bzw. der Wuchs der ungedüngten Variante kompakter war. Die vermutlich bessere Nährstoffversorgung der zusätzlich gedüngten Variante zeigt sich in der leicht größeren Fruchtgröße.